
GP von Bahrain

Der Große Preis von Bahrain findet in diesem Jahr auf dem Sepang International Circuit in Malaysia statt. Dass ein Land den Grand Prix eines anderen Landes austrägt, ist ungewöhnlich – aber nicht einmalig.
Wenn Audi Revolut F1® Team an diesem Wochenende zum Großen Preis von Bahrain 2026 startet, liegen rund 6.000 km zwischen dem Austragungsort und Bahrain. Gefahren wird auf dem Sepang International Circuit in Malaysia.
Ursprünglich sollte der Große Preis von Bahrain 2026 im April stattfinden. Aufgrund der anhaltenden Unruhen in der Region wurde das Rennen jedoch ebenso wie der Große Preis von Saudi-Arabien abgesagt. Im Juli folgte die Ankündigung, dass der Große Preis von Bahrain doch stattfinden würde. Eine Vereinbarung zwischen der Formula 1 und den Regierungen von Bahrain und Malaysia machte Sepang zum neuen Austragungsort.
Damit findet an diesem Wochenende erstmals seit 20 Jahren wieder ein Formel 1® Rennen statt, bei dem ein Land den Grand Prix eines anderen Landes austrägt.

Imola wurde 1980 erstmals Teil des Formel 1® Kalenders und war in diesem Jahr Austragungsort des Großen Preises von Italien. Monza stand für das Rennen nicht zur Verfügung. Bis heute ist 1980 das einzige Jahr, in dem der sogenannte „Temple of Speed“ nicht im Kalender der Weltmeisterschaft vertreten war.
Nach den Umbauarbeiten sollte Monza 1981 wie geplant als Austragungsort des Großen Preises von Italien zurückkehren. Das Rennen in Imola hatte sich jedoch als beliebt erwiesen. Da jedes Land pro Jahr nur einen nationalen Grand Prix austragen durfte, brauchte die Veranstaltung einen neuen Namen.


An der Organisation des Rennens in Imola war der Automobilclub von San Marino beteiligt. Deshalb wurde die Veranstaltung nach dem nahe gelegenen San Marino benannt, dem fünftkleinsten Staat der Welt, der vollständig von Italien umgeben ist.
Imola richtete anschließend bis einschließlich 2006 in jeder Saison den Großen Preis von San Marino aus. 2020 kehrte die Strecke in den F1® Kalender zurück. Diesmal trug das Rennen den Namen „Großer Preis der Emilia-Romagna“, benannt nach der italienischen Region, in der Imola liegt.

Ein Jahr nach dem ersten Großen Preis von San Marino folgte eine weitere Besonderheit im F1® Kalender. Seit der Katastrophe von Le Mans 1955 waren Motorsportveranstaltungen in der Schweiz verboten, der Schweizer Automobilclub blieb jedoch aktiv. 1975 organisierte er in Dijon in Frankreich, rund 200 km nördlich der Schweizer Grenze, einen Großen Preis der Schweiz, der nicht zur Weltmeisterschaft zählte.
Sieben Jahre später fand das Rennen erneut statt. Diesmal gehörte es zur Weltmeisterschaft. Die wachsende Zahl französischer Fahrer hatte das Interesse an der Formel 1® in Frankreich erhöht. Ein zweites Rennen im Land bot sich daher an.
Beim Großen Preis der Schweiz 1982 feierte Keke Rosberg seinen ersten Grand-Prix-Sieg. Es blieb sein einziger Sieg in der Saison, in der er Weltmeister wurde.



1995 und 1996 hatte der Nürburgring den Großen Preis von Europa ausgetragen. 1997 sollte dieses Rennen jedoch zum Saisonende auf dem Circuito de Jerez in Spanien stattfinden, nachdem der für dieses Jahr geplante Große Preis von Portugal abgesagt worden war.
Der Nürburgring hatte zuvor auch den Großen Preis von Deutschland ausgerichtet. Dieser Name war jedoch bereits Hockenheim zugeordnet, wo das Rennen seit 1977 in fast jeder Saison stattgefunden hatte. Da der Nürburgring nur rund 80 km von der luxemburgischen Grenze entfernt liegt, erhielten die dort ausgetragenen Rennen 1997 und 1998 stattdessen den Namen „Großer Preis von Luxemburg“.


Damit hält der Nürburgring eine ungewöhnliche Bestmarke. Er ist die einzige F1® Strecke, auf der Rennen unter vier verschiedenen Grand-Prix-Namen ausgetragen wurden. Nach dem Großen Preis von Deutschland, Europa und Luxemburg kehrte die Strecke 2020 einmalig als Austragungsort des Großen Preises der Eifel zurück, benannt nach dem nahe gelegenen Mittelgebirge.

Die Namensgebung in der Formel 1® folgt normalerweise einem einfachen Prinzip: Ein Rennen trägt den Namen des Landes, in dem es stattfindet. Es gibt jedoch einige Ausnahmen. Das früheste Beispiel ist der Große Preis von Pescara 1957 auf dem Circuito di Pescara in Italien. Da der Große Preis von Italien in Monza stattfand, wurde dieses Rennen nach der Provinz Pescara benannt. Gefahren wurde auf der längsten Strecke, die jemals Austragungsort eines F1® Rennens war.
Auch andere Rennen wurden nach Regionen statt nach Ländern benannt. Auf dem japanischen Aida Circuit fanden 1994 und 1995 die Großen Preise des Pazifiks statt, während Mugello 2020 einmalig den Großen Preis der Toskana austrug. Der Titel „Großer Preis von Europa“ kam im Laufe der F1® Geschichte auf verschiedenen Strecken zum Einsatz. Zuletzt trug ihn der Baku City Circuit bei seinem Debüt im Kalender 2016.



In den vergangenen Jahren wurden einige Rennen, die zuvor nach ihrem Gastgeberland benannt waren, nach der jeweiligen Stadt benannt. Das gilt etwa für Brasilien und Mexiko, deren Rennen nach Investitionen der lokalen Regierungen heute die Namen São Paulo und Mexiko-Stadt tragen.
Auch die jüngeren Rennen in den USA in Miami und Las Vegas tragen die Namen ihrer Gastgeberstädte. Der Titel „Großer Preis der USA“ bleibt dem Circuit of The Americas in Austin vorbehalten. Ähnliche Bezeichnungen gab es bereits früher in der Geschichte der Formel 1® in den USA, unter anderem mit Rennen in Dallas und Detroit sowie einem Grand Prix, der nach dem Caesars Palace Hotel in Las Vegas benannt war.

In der von der Coronavirus-Pandemie geprägten Saison 2020 richteten mehrere Strecken jeweils zwei Rennen aus. Dazu gehörten Silverstone, der Red Bull Ring und der Bahrain International Circuit. Jedes Rennen erhielt einen eigenen Namen. Auf dem Red Bull Ring fanden der Große Preis von Österreich und der Große Preis der Steiermark statt. Der Bahrain International Circuit war Schauplatz des Großen Preises von Bahrain und des Großen Preises von Sakhir, der auf dem kürzeren Outer Loop ausgetragen wurde.
Das zweite Rennen in Silverstone 2020 trug einen der ungewöhnlichsten Namen in der Geschichte der Weltmeisterschaft. Anlässlich des 70. Jahrestags des ersten WM-Laufs hieß die Veranstaltung „70th Anniversary Grand Prix“. Bis heute ist es das einzige Formel 1® Event, dessen Name sich nicht auf einen geografischen Ort bezieht.

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