
GP der USA

Vor über 40 Jahren gastierte die Formel 1® erstmals im Lone Star State. Damals fand ein einmaliges Rennen auf den Straßen von Dallas statt. Während sich Audi Revolut F1® Team auf seinen ersten Einsatz auf dem Circuit of The Americas nahe Austin vorbereitet, blicken wir auf zehn Geschichten aus der Vergangenheit der Formel 1® in Texas zurück.
Die Formel 1® blickt auf eine lange Geschichte in den Vereinigten Staaten zurück. Bis heute war sie auf zwölf verschiedenen Rennstrecken im Land zu Gast. Allerdings blieb die Formel 1® den einzelnen Austragungsorten in den USA meist nicht lange treu. Von den zwölf Strecken haben nur zwei mehr als acht Grands Prix ausgetragen.
An diesem Wochenende findet der Große Preis der USA zum 14. Mal auf dem Circuit of The Americas in Austin statt. Nur Watkins Glen war häufiger Austragungsort des Rennens. Die Strecke im Bundesstaat New York stand von 1961 bis 1980 in allen 20 Saisons gegen Ende des Rennkalenders.
Nachdem der Vertrag im vergangenen Jahr bis 2034 verlängert wurde, dürfte der COTA Watkins Glen im Jahr 2033 als häufigsten Austragungsort des Großen Preises der USA ablösen.

Die Formel 1® kam bereits 28 Jahre vor der Aufnahme des Circuit of The Americas in den Rennkalender erstmals nach Texas. Der einmalig ausgetragene Grand Prix von Dallas fand 1984 auf einem temporären Stadtkurs im Fair Park östlich der Innenstadt von Dallas statt.
Mit dem Rennen wollte Dallas der Welt seinen Anspruch als „Weltstadt“ präsentieren. Die Veranstaltung fand bei glühender Hitze mitten im texanischen Sommer statt.

Die Hitze war beim Grand Prix von Dallas 1984 ein großes Problem und einer der wichtigsten Gründe dafür, dass das Rennen nie wieder ausgetragen wurde. Sie machte nicht nur den Fahrern zu schaffen, sondern auch der Strecke. Unter der intensiven Sonneneinstrahlung und der enormen Leistung der damaligen Turbomotoren begann der Asphalt im Laufe des Rennwochenendes aufzubrechen.
Die Lage war so ernst, dass die Strecke über Nacht notdürftig repariert werden musste. Die Arbeiten waren erst 30 Minuten vor dem Rennstart abgeschlossen. Doch selbst dann härtete der vermeintlich schnell trocknende Zement in der brütenden Hitze nicht vollständig aus. Während die Fahrbahn im Rennverlauf weiter zerfiel, blieben Asphaltstücke an den Reifen der Fahrer haften.

Einige Fahrer fanden ungewöhnliche Wege, mit der Julihitze in Dallas umzugehen. Piercarlo Ghinzani ließ sich bei einem Boxenstopp einen Eimer eiskaltes Wasser über den Körper schütten. Keke Rosberg nutzte eine wassergekühlte Haube unter seinem Helm. Andere hatten weniger Glück.
Nur sieben Fahrer überquerten die Ziellinie. Nigel Mansell fehlten dazu lediglich wenige Meter. Der Brite hatte lange um den Sieg gekämpft und das Rennen von der Poleposition aus in den ersten 35 Runden angeführt. Doch eine Berührung mit einer der eng stehenden Streckenbegrenzungen warf ihn zurück. Kurz vor dem Ziel versagte schließlich sein Rennwagen.
Mansell gab trotzdem nicht auf. Er stieg aus und begann, seinen Rennwagen in Richtung Ziellinie zu schieben. Nach zwei Stunden im glühend heißen Cockpit waren seine Kräfte jedoch aufgebraucht. Nur wenige Meter später brach er erschöpft zusammen. Für seinen Einsatz erhielt er immerhin einen WM-Punkt, da er als Sechster gewertet wurde.


Ayrton Senna bestritt 1984 seine erste Saison in der Formel 1® für Toleman, als der Grand Prix von Dallas stattfand. Gegen Ende des Rennens prallte der Brasilianer gegen eine Mauer und schied aus. Senna behauptete, die Kurve mit exakt demselben Winkel und derselben Geschwindigkeit wie in allen vorherigen Runden angefahren zu haben. Für ihn gab es deshalb nur eine Erklärung: Die Mauer musste sich bewegt haben.
Tatsächlich überzeugte Senna sein Team davon, die Streckenbegrenzung nach dem Rennen zu untersuchen. Und erstaunlicherweise stellte sich heraus, dass sich die Mauer wirklich verschoben hatte – um weniger als einen Zentimeter! Ein anderer Fahrer hatte zuvor das gegenüberliegende Ende des Betonblocks berührt und ihn dadurch leicht verschoben. Seine Vorderkante ragte nun wenige Millimeter weiter auf die Strecke und wurde Senna zum Verhängnis.

Der Circuit of The Americas wurde erst einen Monat vor dem ersten Großen Preis der USA eröffnet. Zur „First Lap Ceremony“ sollte Motorsportlegende Mario Andretti einen Renault aus dem Jahr 2010 fahren. Wegen technischer Probleme nahm er stattdessen in seinem Weltmeister-Lotus 79 von 1978 Platz.
Andretti ist bis heute der letzte US-Amerikaner, der 1978 Formel 1® Weltmeister wurde. Seinen einzigen Heimsieg feierte er 1977 beim Großen Preis der USA West in Long Beach. Rückblickend bezeichnete er diesen Erfolg sogar als noch befriedigender als seinen Sieg beim Indianapolis 500 im Jahr 1969.
In den vergangenen Jahren gab es nur wenige US-amerikanische Fahrer in der Formel 1®. Alexander Rossi war der erste Amerikaner, der seit dem Wechsel des Großen Preises der USA zum Circuit of The Americas bei seinem Heimrennen antrat. Sein einziger Start vor heimischem Publikum erfolgte 2015, beim dritten seiner insgesamt fünf Formel 1® Einsätze für Manor Marussia.
Mit den Sternen und Streifen der US-Flagge auf seinem Heckflügel belegte Rossi den zwölften Platz. Es sollte das beste Ergebnis seiner Formel 1® Karriere bleiben. 2016 wechselte er in die IndyCar-Serie und gewann gleich bei seinem ersten Start auf dem berühmten Oval das Indianapolis 500.
Seit Rossi ist Logan Sargeant der einzige weitere US-amerikanische Fahrer, der auf dem COTA angetreten ist. Auch er erzielte dort sein bestes Ergebnis aus insgesamt 36 Formel 1® Rennen. Beim Großen Preis der USA 2023 wurde er Zehnter und holte damit den einzigen WM-Punkt seiner Karriere.

Kurve 1 auf dem COTA trägt zu Ehren des Mitbegründers der Strecke, Red McCombs, den liebevollen Spitznamen „Big Red“. Mit einer Steigung von 11 % gehört sie zu den steilsten Kurven im Formel 1® Rennkalender. Zwischen der Startaufstellung und dem Scheitelpunkt der ersten Kurve liegen rund 30 Höhenmeter.
Der steile Anstieg und die enge Linkskurve führen beim Rennstart immer wieder zu Berührungen. Zum Vergleich: Die Steigung in der berühmten Kurvenkombination Eau Rouge und Raidillon auf dem Circuit de Spa-Francorchamps beträgt rund 17 %. Der Höhenunterschied ist dort nur etwa zehn Meter größer als in Kurve 1 auf dem COTA.


Bevor die Fahrer ihre Startnummern selbst wählen konnten, wurde die Nummer 13 in der Formel 1® wegen ihres Rufs als Unglückszahl normalerweise nicht vergeben. Bis 2014 war sie nur ein einziges Mal auf einem Rennwagen zu sehen gewesen: Moisés Solana trat beim Großen Preis von Mexiko 1963 mit der Nummer 13 an. Er beendete das Rennen nicht.
2014 nutzte der furchtlose Pastor Maldonado gleich die erste Gelegenheit, sich die Nummer 13 dauerhaft zu sichern. Der Venezolaner erlebte eine Saison mit reichlich Pech. Dennoch wurde er beim Großen Preis der USA auf dem COTA zum ersten Fahrer, der mit der Startnummer 13 WM-Punkte holte. Und das, obwohl er im Rennen gleich zwei Strafen erhielt: eine wegen zu hoher Geschwindigkeit hinter dem Safety-Car und eine weitere wegen Überschreitens des Tempolimits in der Boxengasse.

Seit der Einführung des Qualifying-Formats mit drei K.-o.-Abschnitten zu Beginn der Saison 2006 wurde Q3 nur ein einziges Mal vollständig abgesagt. Das geschah beim Großen Preis der USA 2015 auf dem COTA. Starker Regen und Hochwasserwarnungen hatten den Fahrbetrieb bereits im Training erheblich eingeschränkt. Die zweite Freitagssession musste wegen der gefährlichen Bedingungen abgesagt werden.
Das dritte freie Training am Samstagmorgen fand aus Sicherheitsgründen ohne Zuschauer auf den Tribünen statt. Da der starke Regen anhielt, wurden nur wenige Runden gefahren. Nach einer dreistündigen Regenunterbrechung fiel die Entscheidung, das Qualifying auf Sonntagmorgen zu verschieben. Doch auch dann ließ der Regen nicht nach.
Eine rote Flagge unterbrach Q1 am Sonntag. Da weitere heftige Regenschauer bevorstanden, war eine schnelle Rundenzeit in Q2 besonders wichtig. Schließlich bestimmte dieser Abschnitt die Startaufstellung für den Grand Prix, weil Q3 wegen des zunehmenden Regens abgesagt wurde. Es war das einzige Mal, dass die Rundenzeiten aus Q2 über die Startaufstellung entschieden. Der Grand Prix fand später am selben Tag auf abtrocknender Strecke statt.

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